Fair gehandelter Kakao bei goodmoodfood

FAIR GEHANDELTER KAKAO

Warum die Herkunft deines Kakaos so wichtig ist

Seit nun schon fast zehn Jahren importieren wir bei goodmoodfood Kakaoprodukte. Von Anfang an war uns bei der Wahl unserer Produkte nicht nur der Geschmack, sondern auch die Herkunft des Kakaos wichtig.

Kakao zählt neben Kaffee zu einem der meist gehandelten Lebensmittel der Welt. Pro Jahr werden circa 7 Millionen Tonnen Kakao produziert, mit einem Jahresumsatz von über 100 Milliarden Dollar. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen, gibt es ein entscheidendes Problem: wie bei so vielen Rohstoffen bleibt vom Gewinn, der durch den Verkauf von Kakaoprodukten erzielt wird, nicht viel bei den Kleinbäuer*innen hängen. Für das mühevolle Pflücken und die Pflege der Kakaofrüchte verdient eine Kakaobäuer*in im Durchschnitt 1€ pro Tag.

Neben dem geringen Gewinn für die Kakaobäuer*innen ist zudem ein mangelnder Schutz vor schädlichen Pestiziden (keine Bio-Zertifizierung), Kinderarbeit (Ghana und Elfenbeinküste) und die Rodung von Wäldern und die damit einhergehende Abnutzung der Böden ein großes Problem des Kakaohandels.

Beispiel Elfenbeinküste

In der Elfenbeinküste, die 40% des weltweit gehandelten Kakaos liefert, sind die zwei größten Probleme des Kakaohandels, Kinderarbeit und Degradation der Umwelt, besonders verbreitet.

Trotz gesetzlicher Auflagen, welche Kinderarbeit mit bis zu 6 Monaten Gefängnis ahnden, blüht hier das illegale Geschäft. Kinder, die oft aus dem benachbarten noch ärmeren Burkina Faso stammen, arbeiten teilweise jahrelang unbezahlt auf unangemeldeten Kakaofarmen, welche sich in geschützten Waldgebieten befinden. Ein Kind wird für beispielsweise 300$ verkauft und bekommt erst nach Jahren seinen ersten Lohn. Familien, die häufig kein Geld haben ihre Kinder in die Schule zu schicken, müssen diese teilweise zur harten körperlichen Arbeiten auf die Plantagen schicken. Hier spritzen die Arbeiter*innen ohne jegliche Schutzkleidung giftige Pflanzenmittel, die ihnen selbst und den Böden langfristig schaden.

Neben dem Einsatz von giftigen Unkrautvernichtern und Düngemitteln, macht auch der Anbau in Monokultur und die großflächige Rodung der Wälder den Böden zu schaffen. Von 1990 bis 2015 wurden in der Elfenbeinküste rund 90% des Regenwaldes abgeholzt, um Platz zu machen für den Anbau von Kakao. Durch den eintönigen Anbau von Kakaopflanzen fehlt den Böden als Folge die nötige Resilienz, um eine nachhaltige Ernten garantieren zu können. Denn nur durch eine abwechslungsreiche Vegetation, mit Bäumen und Sträuchern verschiedenster Art, wird der Boden vor Erosionen geschützt, behält wichtige Nährstoffe und dient als wichtiger Speicher von CO2. Zudem schützen Bäume vor Sonne, halten Feuchtigkeit und sorgen für den für die Ernte so wichtigen Niederschlag.

Fair gehandelter Kakao: die Gesetzeslage

70% des weltweit gehandelten Kakaos kommt aus Westafrika, wo das Problem von Kinderarbeit, mangelndem Arbeitsschutz und Umweltzerstörung besonders präsent ist. Obwohl man sich der Problematik bewusst ist und die EU der größte Importeur von westafrikanischem Kakao ist, gibt es keine offiziellen EU-Gesetze, welche die illegalen Machenschaften vor Ort unterbinden könnten. Der Grund hierfür sind wie immer wirtschaftliche Interesse, die auf Kosten der Kleinbäuer*innen gehen.

2001 wurde durch die Gründung der World Cocoa Foundation, einem Zusammenschluss verschiedener Schokoladenhersteller, ein Versuch unternommen etwas gegen die schlechten Arbeitszustände im Kakaoanbau zutun, jedoch blieb es hier bislang auch eher bei leeren Versprechen.

Obwohl viele Unternehmen ein aufrichtiges Interesse an Verbesserungen haben, scheitern die Bemühungen oft, da nur mit einem gesetzlichen Regelwerk, was für alle gilt, wirklich etwas bewirkt werden kann. Solange den Unternehmen freie Hand in Bezug auf die Bezahlung der Kleinbäuer*innen gelassen wird, wird es immer Firmen und Einzelpersonen geben, die diese Freizügigkeit zu ihrem Vorteil nutzen.

Zudem müssten lokal transparente Bedingungen geschaffen werden und eine Infrastruktur, die es erlaubt erlassene Gesetze auch umzusetzen und zu kontrollieren.

Die Liefer- und Handelsketten sind teilweise so undurchsichtig und vielgliedrig, dass eine Zurückverfolgung zu den Produzent*innen unmöglich wird.

goodmoodfood und fair gehandelter Kakao

Für uns bedeutet fair gehandelter Kakao nicht nur eine gerechte Entlohnung für die Kakaobäuer*innen, sondern ein Rundumpaket, was den Lebensunterhalt der Kleinbäuer*innen vor Ort nachhaltig sichert. Dies bedeutet neben einer fairen Bezahlung Arbeitsschutz, Verbot von Kinderarbeit und Umweltschutz, so dass die Böden, auf denen der Kakao wächst, langfristig Ernten bringen können.

Zertifikate, Transparenz und kurze Lieferketten

Um eine faire Bezahlung und die Unterbindung von Kinderarbeit zu garantieren, wählen wir ausschließlich Produzent*innen, welche eine gültige Zertifizierung für fairen Handel haben (Fairtrade und ähnliches) oder die wir persönlich kennen und/oder vor Ort besuchen. Da wir größtenteils Kakao aus Südamerika und Indonesien importieren, stellt sich das Problem der Kinderarbeit zudem nicht.

Wenn du mehr zu den verschiedenen Zertifizierungen unserer Produzent*innen erfahren möchtest, klicke hier

Ein entscheidender Punkt bei der fairen Bezahlung der Kakaobäuer*innen ist zudem eine kurze und transparente Lieferkette. Bei konventionellen Kakaoprodukten gibt es meistens eine Vielzahl von Zwischenstationen, die der Kakao durchläuft, bevor er bei dir ankommt. Dies führt dazu, dass die Kleinbäuer*innen oft sehr wenig vom Endgewinn abbekommen, denn jeder möchte etwas vom Kuchen (der Schokotafel?) abhaben.

In der folgenden Infografik kannst du sehen, welche Stationen ein Großteil des weltweit gehandelten Kakaos durchläuft:

Nach der aufwendigen Ernte und dem Öffnen der Kakaopods durch die Kakaobäuer*innen, werden die Kakaobohnen zu Zwischenhändler*innen gebracht. Die Ware wird dann an Exporteure weitergegeben, die die Bohnen zu großen Kakaoverarbeitern, welche meistens nicht in den Anbauländern ansässig sind, bringen. Die verarbeiteten Bohnen werden dann zu Schokoladenfirmen transportiert, die den Kakao zu diversen Endprodukten verarbeiten. Die Endprodukte kommen dann in den Einzelhandel oder werden durch andere Kanäle zu den Konsument*innen gebracht.

Wie so viele Rohstoffe, kommt Kakao häufig aus Ländern, die mit Armut zu kämpfen haben. Um so wichtiger ist es, die Lieferketten kurz zu halten, damit die Kleinbäuer*innen mehr vom „Kuchen“ abbekommen können. Ein weiterer wichtiger Punkt, den wir Value at Origin nennen, ist, die komplette Produktion in den Anbauländern zu halten. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere goodmoodfood Produkte möglichst komplett in den Herkunftsländern produziert werden. Vom Pflücken der Bohne, bis zur Herstellung der Verpackung. So bleibt ein Großteil des Gewinns vor Ort und unterstützt die lokale wirtschaftliche Entwicklung.

Anders als bei den herkömmlichen Lieferketten setzen wir auf möglichst direkten Handel. Bei den meisten unserer Produkte gibt es nur 3 bis 4 Schritte. Unser Kontakt beginnt bei den Leiter*innen kleiner lokaler Kakaoproduktionen, die in direktem Kontakt mit den Kakaobäuer*innen stehen und mit diesen eng zusammenarbeiten. Die Bäuer*innen sind häufig Teil selbstorganisierter Kooperativen, mit denen unsere Partner*innen arbeiten, und haben wichtiges Mitspracherecht.

Nachdem unser Kakaoprodukt komplett vor Ort produziert und verpackt wurde, macht es sich auf den Weg nach Deutschland zu uns*. Den Export organisieren wir selbst. Ein Teil unserer Produkte (Big Tree Farms Retaillinie) wird in deutschen Bio Supermärkten und in unabhängigem Einzelhandel verkauft. Jedes Produkt kann jedoch auch direkt bei uns erworben werden.

*Ein paar unserer Produkte werden aus logistischen und Nachhaltigkeitsgründen in Deutschland verpackt. So wird unsere neue nachhaltige goodmoodfood-Verpackung, die ihr in unserem Online Shop findet, in Deutschland produziert.

Umweltschutz durch Bio Zertifizierung und alternative Anbaumodelle

Um den Schutz der Kakaobäuer*innen zu garantieren, ist der Anbau nach EU-Bio-Normen das A und O und für uns ein absolutes Minimum. So wird verhindert, dass die Bäuer*innen bei der Ernte und Pflege der Kakaopflanzen giftigen Pestiziden ausgesetzt sind. Zudem werden auf diese Weise auch Insekten und Tiere geschützt, die häufig unter dem massiven Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft leiden.

Alle unsere Produkte, außer unserer Rohkakao Masse aus Bali (mehr dazu findest du hier), sind Bio zertifiziert und manche unserer Produzent*innen gehen sogar noch einen Schritt weiter. So wächst unser geliebter Kakao aus Bolivien wild im Amazonas und ist absolut naturbelassen. In einer vom Menschen fast unberührten Umgebung wächst der einzigartige Kakao und wird von der lokalen Bevölkerung vorsichtig von Hand gepflückt.

Wildsammlung unseres bolivianischen Kakaos

Wild wachsender Kakao im bolivianischen Amazonas

Neben dem Anbau nach Bio Standards gibt es seit einigen Jahren einen Trend hin zu einem naturnahen Anbau. Hier fallen häufig Begriffe wie Permakultur, Mischkultur und Waldgarten (Agroforestry). Neben dem wild wachsenden Kakao in Bolivien, der sicher den höchsten Grad an ökologischer Harmonie darstellt, bemühen sich viele unserer Produzent*innen um einen nachhaltigen naturnahen Anbau, der die Umwelt langfristig schützt. Je nach Know-How und finanziellen Möglichkeiten sind die verschiedenen Projekte, mit denen wir arbeiten, unterschiedlich weit entwickelt, was das Thema angeht. Nach Möglichkeit suchen wir Partner*innen, welche sich dem Prinzip der Mischkultur verschrieben haben. Was sich für uns genau dahinter verbirgt, könnt ihr in Simons Reisebericht aus Peru erfahren. 

Quellen:

ZDF Doku: Schokolade – das bittere Geschäft https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/-schokolade-das-bittere-geschaeft-100.html?fbclid=IwAR2owy6bxFlVOHXFX-Zs2oKMkuXMcXW-qrISvVA3tgdSkjyXp04ef2oV9Po

https://www.mightyearth.org/chocolate/

https://de.makechocolatefair.org/themen/kakaoproduktion-ein-uberblick

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